Ted Annemann

Foto:Ted Annemann

passt hervorragend und stellvertretend als historische Figur in diese Rubrik. Er war so zu sagen der "Vater der Mentalmagie", wurde am 22. Februar 1907 geboren und starb im Januar 1942 durch Selbsttötung, kurz vor einem Auftritt. Er war "Kreateur" vieler, noch heute genutzter Techniken der Mentalisten. Eines seiner damaligen spektakulärsten Kunststücke war sein "Kugelfang".

Inhaltsbereich: Die drei großen Epochen der Zauberkunst

  • zurück zur historischen Übersicht


  • In der Zauberkunst gab es mehrere Epochen, welche die Zauberkunst im unterhaltenden Sinne, so wie wir sie heute kennen, geprägt haben. Im "Handbuch der Magie" , ein allgemein in der Szene anerkanntes Fachbuch von Jochen Zmeck, ist ab Seite 20 von 3 Epochen die Rede.


    Da war zunächst einmal das Altertum mit seinen altorientalischen Priestermagiern, die nicht die Unterhaltung der Menschen im Sinn hatten. Diese nutzen ihre Tricks z.B. durch die damals schon bekannten physikalischen Gesetze dazu, Tempeltüren automatisch zu öffnen, Wein aus Brunnen fließen oder Feuerstellen selbständig entfachen zu lassen mit dem Ziel, das Volk entsprechend ihrem Willen und dem Willen der herrschenden Machthaber zu manipulieren. Ebenso dienten diese Tricks dazu, durch diese vermeindlich "höheren Mächte von Gottheiten" den Glauben an die Religion zu festigen. Sie waren oftmals auch gleichzeitig Philosphen, Ärzte und Naturwissenschaftler, weil Wissenschaft und Glaube noch eine Einheit bildeten.


    Daneben gab es auch bereits so etwas wie Unterhaltungszauberkünstler, die als Gaukler bezeichnet wurden. In einem der ältesten Dokumente der Welt, dem "Westcar Papyrus", das ca. 2900 Jahren vor Christus geschrieben wurde und welches derzeit im "Neuen Museum" in Berlin zu besichtigen ist, wird von einem Zauberer Namens "Dedi" berichtet, der Tieren den Kopf abschlug und diese wieder "anzauberte".



    Im Mittelalter gab es mehr und mehr Gaukler, die sich mehr und mehr davon distanzierten, übernatürliche Fähigkeiten zu haben. Dies jedoch kaum aus Gründen der Seriösität, sondern wohl eher deshalb, um sich vor dem Scheiterhaufen zu schützen. Zu dieser Zeit waren der Aberglaube und Hexenwahn sehr weit verbreitet und so kam es nicht selten vor, dass umherziehende Gaukler auf dem Scheiterhaufen landeten, gehängt oder gefoltert wurden, wenn sie keine passende Erklärung für das lieferten, was sie zeigten. Oft half jedoch auch das Zugeständnis der Erklärung wenig, wurden sie doch nur als Schutzbehauptung der Gaukler abgetan. Die Jagd auf Hexen und alles, was wie Hexerei aussah, wurde durch die Veröffentlichung des "Hexenhammers" im Jahre 1486 noch verstärkt, nicht zuletzt deshalb, weil mit der sogenannten "Hexenbulle" des Papstes Innozenz VIII. vom 5. Dezember 1484 quasi erklärt wurde, dass es die Hexerei tatsächlich geben würde.


    In den öffentlich zugänglichen Quellen wird als erstes Zauberbuch der Neuzeit das 1584 von dem Engländer Reginald Scott veröffentlichte Werk mit dem Titel "The Discovery of Witchcraft" genannt. Hier erklärte er Taschenspieletricks der damaligen Gaukler und wies damit nach, dass alle Effekte auf natürlichem Wege erreicht wurden. Auf der rechten Seite finden Sie einen Link zum Inhalt des Buches.
    Allerdings weisen andere Quellen darauf hin, dass es auch ein anderes Buch gewesen sein kann. Es wurde von einem Franziskanermönch mit dem Namen Luca Paciola zwischen 1496 bis 1508 verfasst, also erheblich früher, in den Beginn der Neuzeit hinein. Das Buch heißt "De viribus quantitatis" (Über die Kraft der Zahlen) und beinhaltet die allerersten Niederschriften für Kartentricks, Zahlen-Rätsel (ähnlich Sudoku), Anleitungen fürs Feuerschlucken und Jonglieren. Es wird in der Universitätsbibliothek in Bologna aufbewahrt.

    Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine wirkliche Unterscheidung zwischen Gauklern und Wunderheilern. Beide Gruppen mischten ihre Künste miteinander, denn offenbar reichte es nicht aus, von dem einen oder dem anderen zu leben. So lockten die Gaukler mit ihren Kunststücken (die bekanntesten seinerzeit schienen das "Becherspiel" und der "Enthauptungstrick" zu sein) das Volk an, um ihnen anschließend ihre Heil- und Wundermittel anzupreisen.



    Erst Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt man, von Zauberkünstlern im heutigen Sinne zu sprechen und ein wahrer Boom wurde ausgelöst. Es gab wahre Superstars unter den Zauberkünstlern wie Bartholomeo Bosco (1793-1863), den Wiener Ludwig Döbler (1801-1864) oder Johann Nepomuk Hofzinser (1806-1875), welche die Theatersäle füllten, um nur drei von Vielen zu nennen.
    Harry Houdini (1874-1926)machte mit seinen legendären Befreiungsnummern auf sich aufmerksam.



    Bekannte Mentalisten ab dem 19. Jahrhundert, die durch spektakuläre Aktionen auf sich aufmerksam machten, waren z.B. Ted Annemann (1907-1942), Joseph Dunninger mit seinen Performances, Maurice Fogel (1911-1981), ebenfalls mit seinem "Kugelfang" und Steve Banachek. Letzterem gelang es, selbst größte Skeptiker davon zu überzeugen, (z.B. mit dem Verbiegen von Besteck) dass seine Phänomene echt seien, bevor er später dann zugab, alles mit Kunststücken erreicht zu haben, was ihm innerhalb und außerhalb der USA einen großen Bekanntheitsgrad einbrachte und die Skeptiker blamierte.


    Heute bestimmen nur wenige wirkliche Stars die Entwicklung in der Zauberkunst. Dazu gehören zweifelsohne die in der Öffentlichkeit bekannten "Penn und Teller" und "David Copperfield". Kaum jemand anders hat in England und Deutschland die Massen mehr bewegt als sie. Während "Penn & Teller" mit skurrilen Interpretationen bekannter Illusionen und Erklärersendungen (The unpleasant World of Penn & Teller) die Welt verrückt machten, faszinierte "David Copperfield" mit seinen spektakulären Shows mit Großillusionen unglaublichster Machart, die Zuschauer in aller Welt. Copperfield wurde schon mystifiziert und von einigen merkwürdigen Zeitgenossen sogar als "Mit dem Teufel im Bunde" bezeichnet.


    Allein in Deutschland gibt es heute mehrere Tausend Zauberkünstler, welche als Hobbyisten und Berufler die Menschen unterhalten.


  • zurück zur historischen Übersicht

  •